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  • 220 Kilometer durch Bolivien

     –

     ein Abenteuer,
    das bleibt

  • 220 Kilometer durch Bolivien

     –

     ein Abenteuer,
    das bleibt

Manche Rennen läuft man, kommt ins Ziel und irgendwann werden sie zu einer schönen Erinnerung. 
Und dann gibt es diese Rennen, die etwas mit einem machen. Die im Kopf bleiben, aber vor allem im Herzen.

Bolivien war für mich genauso ein Rennen.

ULTRA BOLIVIA RACE – DIE FAKTEN:

  • 220 km Gesamtdistanz über 7 Etappen 
  • 3.600–4.100 m Höhenlage während des Rennens 
  • 21.–27.09.2026 eine Woche voller Abenteuer 
  • Selbstversorgung - alles, was ich für eine Woche brauchte, musste mit 
  • Temperaturen über 35°C am Tag und teilweise um die -2 °C in der Nacht
220 km Gesamtdistanz über 7 Etappen
3.600–4.100 m Höhenlage während des Rennens
21.–27.09.2026 eine Woche voller Abenteuer
Selbstversorgung alles, was ich für eine Woche brauchte, musste mit
Temperaturen über 35°C am Tag und teilweise um die -2 °C in der Nacht

Zwischen eisiger Kälte und endloser Weite

220 Kilometer durch eine Landschaft, die teilweise so unwirklich war, dass ich trotz aller Anstrengung immer wieder stehen bleiben musste, um einfach nur zu schauen. 

Wir waren auf Höhen zwischen 3.600 und 4.100 Metern unterwegs, starteten teilweise im Dunkeln und bei eisiger Kälte. Später kam die Sonne, die Hitze und immer wieder dieser Wind. Und dazu diese unglaubliche Weite, bei der ich manchmal das Gefühl hatte, dass sie überhaupt kein Ende nimmt. Für den Kopf nicht einfach. 

Der Körper funktioniert auf dieser Höhe anders. Das merkt man trotz aller Vorbereitung. Die Atmung verändert sich, die Regeneration wird wichtiger und Dinge, über die man sich zu Hause überhaupt keine Gedanken macht, kosten plötzlich Kraft. 

Und trotzdem – oder vielleicht auch genau deshalb – liebe ich solche Rennen.

Irgendwann wird die eigene Welt nämlich ganz klein. Es geht nicht mehr um Termine, Nachrichten oder darum, was nächste Woche alles erledigt werden muss. Es geht ums Essen. Trinken. Atmen. Weiterlaufen. 

Ein Schritt. Und dann noch einer.

Was wirklich zählt:

Bei einem Etappenrennen merkt man außerdem ziemlich schnell, was wirklich wichtig ist. Und ganz weit oben auf dieser Liste stehen für mich meine Füße. 220 Kilometer verzeihen da nicht besonders viel.

Eine kleine Druckstelle am ersten Tag kann ein paar Tage später darüber entscheiden, ob Laufen noch Spaß macht oder jeder Schritt wehtut. Deshalb überlasse ich bei meiner Ausrüstung möglichst wenig dem Zufall. 

In Bolivien bin ich mit meinen Joe Nimble Trail Addict Flow 2 gelaufen.
Ein Schuh, den ich aus meinem Training kannte und bei dem ich wusste, dass ich mich auf ihn verlassen kann.

Besonders wichtig ist mir der Platz, den meine Füße darin haben. Denn ganz ehrlich: 

Bei einem solchen Rennen interessiert mich irgendwann nicht mehr, wie toll sich ein Schuh auf den ersten fünf Kilometern anfühlt. Mich interessiert, wie er sich nach 30 oder 40 Kilometern anfühlt.

Und noch viel mehr interessiert mich, wie sich meine Füße am nächsten Morgen anfühlen,
wenn ich aufstehe, die Schuhe wieder anziehe und weiß: 

Heute liegen wieder viele Kilometer vor mir.

Vielleicht passt die Philosophie von Joe Nimble deshalb auch so gut zu meiner Art zu laufen.
Ich möchte meinen Körper nicht gegen Widerstände arbeiten lassen, sondern mit ihm.
Natürlich glaube ich an Training, Disziplin und Vorbereitung. Aber genauso wichtig finde ich es, dem Körper – und gerade den Füßen – den Raum zu geben, ihre Arbeit zu machen. 

Denn bei einem Rennen wie diesem wird aus einer Philosophie irgendwann etwas ziemlich Einfaches: Solange meine Füße funktionieren, kann ich weiterlaufen.

Der nächste Schritt

Natürlich gab es auch in Bolivien Momente, in denen es schwer wurde. Momente, in denen der Kopf plötzlich anfängt zu rechnen. Wie viele Kilometer sind es noch? Wie lange bin ich heute eigentlich schon unterwegs? Wie kalt wird die nächste Nacht? Und warum genau mache ich das hier eigentlich? 

Die Antwort darauf finde ich selten in irgendwelchen großen Motivationssprüchen. Meistens liegt sie einfach im nächsten Schritt. Ich muss in diesem Moment nicht die gesamten 220 Kilometer schaffen. Ich muss nur bis dorthin kommen, wo ich gerade hinschaue. Und wenn ich dort angekommen bin, geht es wieder ein Stück weiter. Genau das liebe ich am Ultralaufen. 

Große Ziele entstehen für mich nicht in einem einzigen großen Moment. Sie entstehen aus ganz vielen kleinen Entscheidungen. Aus der Entscheidung, morgens wieder aufzustehen. Die Schuhe anzuziehen. Loszulaufen. Und nicht aufzuhören, nur weil es gerade schwierig wird.

Am Ende dieser 220 Kilometer stand für mich tatsächlich der dritte Platz und darauf bin ich sehr stolz.

Was am Ende bleibt

Aber wenn ich heute an Bolivien denke, ist es trotzdem nicht die Platzierung, die mir als Erstes in den Kopf kommt.
Ich denke an diese unfassbare Landschaft.

  • An die eisige Kälte am Morgen und die Sonne am Tag.
  • An den Wind. An diese endlose Weite.
  • An die Menschen, mit denen ich dieses Abenteuer teilen durfte.
  • An das gemeinsame Lachen.
  • An die Erschöpfung.
  • An die Momente, in denen es richtig schwer war.
  • Und an diese anderen Momente, in denen ich einfach nur glücklich war und dachte:

Wie verrückt ist es eigentlich, dass ich gerade genau hier sein darf? 

Und ich denke an meinen Körper, der mich durch dieses Abenteuer getragen hat. An meine Beine. Und ganz besonders an meine Füße, die Tag für Tag einfach weitergemacht haben.
Vielleicht ist genau das eine der schönsten Erkenntnisse, die ich aus Bolivien mit nach Hause genommen habe: 

220 Kilometer klingen riesig. Fast unvorstellbar. Aber am Ende bestehen auch 220 Kilometer nur aus einzelnen Schritten. 

Und manchmal muss man am Anfang gar nicht wissen, ob man das alles schaffen kann. Man muss nur bereit sein, den ersten Schritt zu machen. 

Und danach den nächsten.

Crédit photo: @Canalaventure / @josuefphoto

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