Joe Nimble

Der lange Weg zum Everest

Training für ein weit entferntes Ziel 

Ich habe mehr trainiert als jemals zuvor. Ich arbeite mit zwei Coaches, einem Physiotherapeuten, habe einmal die Woche Sportmassage, besteige bis zu zwei 4000er die Woche. Habe im letzten Jahr über 300 Routen geklettert. Bis zu 40 Trainingsstunden die Woche.

Das Projekt den Everest im Winter solo zu besteigen ist so gigantisch groß, dass ich mir vorgenommen habe beim nächsten Anlauf die Höhenmarke von 8000m zu knacken. Natürlich wäre es schön den Gipfel zu erreichen - aber seien wir doch mal ehrlich. Wenn ich das Ziel erreichen, dann töte ich es und dann muss ich mir ein neues suchen. Denn am Ende des Tages besteige ich nur einen bedeutungslosen eisbedeckten Steinhaufen. Ich selbst gebe dem Projekt einen Sinn.

 

Beginn mit Warum

Und die Fähigkeit dem Nutzlosen einen Sinn zu verleihen, das ist meiner Meinung nach der Unterschied zwischen Erfolg und Niederlage. Motivation und Willensstärke, der Kraftstoff, der mich antreibt, liegt im Warum.

Warum mache ich das alles? Weil ich neugierig bin. Neugierig auf das Leben, die Welt, darauf wozu ich in der Lage bin. Auf das Intensive und den Schmerz den solch ein Projekt mit sich bringt.

 

Jost Kobusch

Am Boden

Als ich nach dem ersten Versuch 2020 vom Everest zurückgekehrt bin, hatte ich einen Tiefpunkt in meinem Fitnesszustand erreicht. Am Everest hatte ich mir eine Fußverletzung zugezogen. Wie sich herausstellen sollte war meine fehlende Balance nicht ganz unbeteiligt. Gemeinsam mit meinem Team aus Physiotherapeuten und Coaches begann nun eine schmerzvolle Reise, auf der mich viele neue Trainingsmethoden begleiteten.

Als ich dann auf Joe Nimble aufmerksam wurde war mir sofort klar - diese Schuhe muss ich in mein Training und meinen Alltag integrieren.

Da war ich wieder bei meinem Warum: Die Dinge zu spüren, die mich brechen und aufbauen.

Jost Kobusch

 

Schritt für Schritt

Diese Faszination hat mich auch während Corona motiviert und so habe ich weiter trainiert: mit Mikrozielen. Denn immer nur das große Ganze zu sehen ist unglaublich ermüdend. Ich habe stattdessen darauf geschaut, dass ich möglichst viele Felsrouten bei mir vor der Haustür klettere. Fand es unglaublich aufregend das erste Mal von einem 4000er mit dem Gleitschirm abzufliegen. Meine persönliche Bestzeit am Vertikalen Kilometer zu verbessern.

All diese Dinge sind direkt vor meiner Haustür in Charmonix und greifbar und doch bringen sie mich meinem großen Ziel näher.

Jost Kobusch

Dein Warum finden

Bevor ich wusste, was genau in mir vorgeht, da hatte ich gar nicht die Möglichkeit meine Energie zu lenken, sie kam und ging wie sie wollte. Diese Übung wird dir helfen ein Bewusstsein zu entwickeln, dass die Basis für deine Vision ist.

Nimm dir ein neues komplett leeres Notizbuch.

Überleg dir eine Uhrzeit, die du für 30 Tage beibehalten kannst und schreibe 30 Tage lang auf:

  1. Was hat dir heute Energie geraubt
  2. Was fandest du heute aufregend
  3. Was hast du gelernt

Schreib einfach so viel rein, wie du Lust hast, Stichpunkte reichen, aber mache es jeden Tag - nach einiger Zeit wirst du Einblicke erhalten, dir sonst verborgen sind.

Diese Einblicke helfen dir jemand zu werden, der seine Energie in seine Leidenschaft kanalisiert.

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