Joe Nimble

Jost Kobusch: Der Formel Eins Schuh

Letztens durfte ich bei einem Kick-Off von Joe Nimble dabei sein. Ein Treffen, bei dem man sich zusammensetzt und überlegt, welche neuen Entwicklungen man angehen möchte. Zwar war das in Zeiten von Corona alles digital. Das mega – spezialisierte Entwicklungsteam von Joe Nimble und ich haben uns digital zusammengesetzt und überlegt, wie wir einen Schuh entwickeln können, der mich in den Bergen noch weiterbringen
kann. Der noch mehr auf meine Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Schon öfter war ich an der Entwicklung von Outdoorausrüstung wie Zelten, Rucksäcken, Ski oder Kleidung beteiligt. Allerdings eher im Textilbereich. Deswegen finde ich es jetzt umso spannender Einblicke in die Entwicklung eines so hochkomplexen Produktes zu erhalten. Wusstet ihr, dass die Produktion eines Schuhes aus 150 einzelnen Arbeitsschritten besteht? Die unterschiedlichen Funktionen der Materialien optimal zu kombinieren ist extrem komplex und dadurch unheimlich herausfordernd.

Das Team lässt sich trotzdem genau auf meine Bedürfnisse ein. Ich habe genau spezifiziert welche Funktionen ich gerne an meinem Schuh haben möchte. Und fühle mich sehr gut aufgehoben. Fakt ist, dass es ein Hybrid sein wird. Ein Schuh, der in dieser Form noch nie existiert hat. Etwas komplett Neues. Das ist mir wichtig. Für mich macht es keinen Sinn, etwas zu entwickeln, was dann 3% besser ist als das alte Model. Es muss einen echten Benefit haben.

Und bei so einem komplexen Prozess ist es einfach perfekt auf das Fachwissen von einem Team zurückgreifen zu können, dass annährernd 40 Jahre Erfahrung in der Schuhentwicklung mitbringt. Das Footwear Innovation Lab von Joe Nimble hat unübertroffene Fachkenntnisse im Bereich zehenfreie Functional und Performance. Außerdem arbeiten sie mit Partnern wie Soles by Michelin zusammen, die nochmal über 100 Jahre Erfahrung in der Sohlentechnologie haben. Als ich dann mit den Fragen: „Hey, können wir das nicht nachhaltiger gestalten? Und vielleicht noch diese oder jene Funktion einbauen?“, kam. Dann war da immer jemand, der mir direkt Feedback geben konnte. Der wusste, was alles möglich ist.

Allerdings bin ich ja prinzipiell auch jemand, der erstmal ignoriert, was alles nicht möglich ist. Ich überlege ganz frei, unbegrenzt und unvoreingenommen, was denn das Ziel dieses Schuhs ist. Ich frage mich, was der Schuh können soll und stelle dieses „Das geht eh nicht.“ -Denken, erstmal ganz bewusst bei Seite. Das ist für mich in diesem ersten Prozess komplett irrelevant. Es geht nur darum herauszufinden, was der Schuh können soll. Und dann macht man halt seine Hausaufgaben und überlegt, wie man das realisieren kann. Man betreibt Research und hinterfragt nochmal alles kritisch. Natürlich ist die Realität bei solchen Entwicklungen teilweise ernüchternd. Einige Ideen muss man verwerfen und bestimmte Details sind so nicht umsetzbar. Aber dafür hat man dann wieder andere Sachen, von denen man nicht gedacht hätte, dass man sie umsetzten kann. Dinge, von denen man dann sagt: „Ja, das kriegen wir schon hin!“

 

Dieser Entwicklungsprozess ist für mich so, als würden wir ein Rennwagen für ein Formel Eins Rennen bauen. Mit dem Ziel das Rennen zu gewinnen. Klar, niemand wird diesen Rennwagen im gewöhnliche Alltagsverkehr fahren. Dafür ist es nicht das richtige Auto. Diese Innovation für den Rennwagen bricht man dann herunter und baut es in das Auto für jeden ein. Man überlegt, wie man aus maßgeschneiderten Sachen, die für die Perfomance entwickelt wurden, das Optimum für die Alltagsnutzung zu erzeugen. Genau daraus entsteht Innovation, die so letztendlich jedem zugänglich wird. Und weil dieser Schuh, den wir entwerfen, natürlich für eine Performance ausgelegt ist, kommt die Innovation von alleine. Vielleicht in einer anderen Form. Aber sie wird zugänglich. Einen Schuh in diesem Outdoorsegment zu schaffen, der so noch nicht existiert. Ein Schuh mit Zehenfreiheit. Da ist mir gerade absolut nichts bekannt. Deswegen bin ich sehr dankbar, für die Maßgeschneiderte Lösung.

Es wird ein Schuh sein, der von mir unter Extrembedingungen getestet werden wird und meinen funktionalen Ansprüchen gerecht werden muss. Am Ende bietet er nicht nur die Basis für mein Training, meine Reisen und meinen Weg zum Everest Basecamp im Winter 2021. Dieser Schuh wird mit seinen Funktionen auch für euch zugänglich sein! Und auf die Entwicklung und Fortschritte werde ich euch in den nächsten Monaten mitnehmen.

Hi Five!

Jost

Jost Kobusch

 

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